Herausgegeben von Ferdinand Kreff, Eva-Maria Knoll und Andre Gingrich. Die Globalisierung hat die Welt grundlegend verändert. Die radikalen Folgen dieser Revolution betreffen nicht nur abstrakte Prozesse in Wirtschaft und Politik, sondern sind konkret in unserem Alltag erlebbar. Das Lexikon der Globalisierung bereitet in mehr als 140 Einträgen die Ergebnisse der kultur- und sozialwissenschaftlichen Globalisierungsforschung in einer verständlichen und anschaulichen Sprache nicht nur für eine wissenschaftliche Leserschaft, sondern auch für eine breite Öffentlichkeit auf. Dabei steht neben der Klärung von Begriffen und Debatten die alltägliche Erfahrung von Globalisierung im Vordergrund.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2012
Verdienstvoll findet Oliver Jungen das Lexikon der Globalisierung gleich in mehrfacher Hinsicht. So sieht er etwa den an sich heiklen Vorgang der Kanonisierung eines noch im Werden befindlichen Wissensgebietes hier durchaus positiv gewendet. Indem die mehrteiligen Einträge nämlich sowohl Begriffsgeschichte, Diskussion und Praxis behandeln und die Artikel anschaulicher werden, wie Jungen feststellt. Ferner imponiert ihm die lange Vorarbeit zur Publikation mit Workshops und Forschungsprojekten und der Umstand, dass spezielle, wissenschaftliche (Othering) sowie allgemeine Termini (Tobinsteuer) gleichermaßen Aufnahme gefunden haben. Perspektivisch ordnet er die meisten Beiträge dem antineoliberalen Lager zu. Mit einigen Ausnahmen, die ihm wie Attac-Verlautbarungen klingen, geht das (stilistisch) in Ordnung, meint er. Ein wenig mehr kritische Auseinandersetzung mit den Kampfbegriffen der Bewegung hätte er sich gewünscht. Am Verdienst des ethisch wertvollen, wissensprallen Beitrags zum Globalisierungsdiskurs aber kratzt das laut Jungen kaum.
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