C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406848193 Gebunden, 222 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Eva Bonné. Sie studiert Literatur, sie weiß, wie gute Liebesgeschichten funktionieren - Geheimnisse, Höhen, Tiefen. Doch die größte Liebesgeschichte hat sie selbst erlebt, und die folgt keinen Regeln. Im letzten Jahr ihres Studiums begegnet sie den beiden hochbegabten Studenten Sam und Yash, die sie in eine berauschende Welt aus Büchern, rasanten Wortgefechten und ausgelassenen Kartenspielen entführen. Es entsteht eine tiefe Freundschaft, die zwischen Liebe und gefährlicher Anziehung ins Wanken gerät. Jahrzehnte später ist sie eine erfolgreiche Schriftstellerin und führt mit ihrem Mann und den beiden Kindern ein gutes Leben - bis ein unerwarteter Besuch sie zurück in die Vergangenheit führt und sie zwingt, sich den folgenreichen Entscheidungen ihrer Jugend zu stellen.
Rezensent Ulrich Rüdenauer staunt, wie leicht Lily König zu erzählen vermag. Dabei geht es in dem zunächst als Campus-Lovestory angelegten Roman am Ende um handfeste Themen wie Tod und Vertrauen. Einfühlsam, dialogstark und bisweilen humorvoll erzählt die Autorin laut Rüdenauer fesselnd von einer romantischen College-Liebe, die schließlich doch vergeht, nur um sich Jahrzehnte später wieder in Erinnerung zu rufen. Dass die Vorzeichen bei diesem Wiedersehen "fast melodramatisch" sind, geht laut Rüdenauer in Ordnung, da König frei von Pathos und Exaltiertheit schreibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.07.2026
Rezensentin Judith von Sternburg wird nicht ganz glücklich mit dem neusten Roman von Bestseller-Autorin Lily King, auch wenn sie die Stärken des Buches anerkennt. So liest sie einen durchaus veritablen Campusroman in vordigitalen Zeiten und bewundert, wie King die "Lebendigkeit" der Jugend rüberzubringen vermag. Anderes gelingt laut Sternburg weniger in der Geschichte um Jordan, die Schriftstellerin werden will und auf dem Campus in eine Dreiecksbeziehung gerät: Sexszenen zum Beispiel gelingen King gar nicht, überhaupt gerät der Roman der Kritikerin sprachlich und inhaltlich mitunter zu sehr wie aus eine Kurs für "Kreatives Schreiben". Könnte das gewollt sein, fragt sich Sternburg immnerhin: Will uns King einfach in den "Handwerkskasten" von Schrifstellern blicken lassen? Wie auch immer: An der Übersetzung von Eva Bonné ist jedenfalls nichts auszusetzen, findet die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.07.2026
Für Rezensentin Alina Renner ist Lily Kings in den USA erfolgreicher und nun auf Deutsch erschienener Roman erst "schmerzhaft schön", gegen Ende dann eher nur noch schmerzhaft. Denn am Anfang findet sie noch toll, wie der Roman mit dem "beinahe Möglichen" spielt: Auf dem College trifft Casey in jungen Jahren die hochbegabten Studenten Sam und Yash; die entstehende Dreiecksbeziehung ist geprägt von einem Spiel mit gesuchter Nähe und ihrer Sabotage, auch von einem erzählerischen Spiel mit Verweisen auf "The Great Gatsby" - durchaus spannend, wie Renner hier geschlechterbedingte Machtgefälle kritisch aufzeigt, wenn Casey von den beiden Männern "Daisy" genannt wird. Weniger gut gefällt ihr dann aber der hintere Romanteil, der die Figuren im Erwachsenenalter beleuchtet; hier verhindern für sie "dramaturgische Leere" und schräge Figurenpsychologie eine tiefere Beziehung zum Geschehen. Schade um den bewegenden Einstieg und den "präzisen, zurückhaltenden Stil" der Autorin, vermittelt Renner.
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