The Slicks
Über Sylvia Plath und Taylor Swift

Hanser Berlin, Berlin 2026
ISBN
9783446288669
Gebunden, 64 Seiten, 16,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Cornelius Reiber. Taylor Swift und Sylvia Plath. Zwei weltberühmte Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die eine ist der größte Popstar unserer Zeit, die andere starb zu früh, um ihren Erfolg selbst erleben zu können. Was beide aber eint ist der Traum vom Weltruhm: Plath wollte unbedingt in The Slicks, in die Hochglanzmagazine, die für sie der Inbegriff von Öffentlichkeit waren. Swift bezaubert die Massen über alle Medien hinweg. Maggie Nelson widmet sich in diesem Essay zwei Ikonen: Die Dichterin ist durch ihre Lyrik unsterblich geworden, die Musikerin schreibt Lyrics, mit denen sie Millionen erreicht und berührt.
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Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.07.2026
Rezensentin Sarah Elsing feiert Maggie Nelsons Essay über die Gemeinsamkeiten zwischen Taylor Swift und Sylvia Plath. Gibt es nicht? Doch, meint Nelson, erkennt Elsing. Denn sie sind dem gleichen patriarchalen Gegenwind ausgesetzt. Mit Gewährsfrauen wie Anne Carson, Judith Butler und Gertrude Stein und unter Verwendung ihrer "freischwebenden Schreibweise" denkt Nelson laut Elsing über weiblichen Ruhm nach, mischt persönliche Erfahrungen (auch über ihre Erkrankung) mit Theoretischem, Songs und Gedichten. Für Elsing ein origineller Mix, der in der Übersetzung von Cornelius Reiber umso besser rüberkommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.07.2026
Es sind ja doch schon einige Bücher über Taylor Swift erschienen, aber so eine richtige intellektuelle Auseinandersetzung steht laut Rezensent Tobias Rüther noch aus. Auf 64 Seiten geht Maggie Nelson in ihrem Essay nun den Fragen nach, was Sylvia Plath und Taylor Swift verbindet, ob erfolgreiche und gute Kunst sich überschneiden und was das eigene Erleben im Werk zu suchen hat, erfahren wir. Die Dichterin hat es zu Lebzeiten nicht mehr erfahren, aber heute sind beide wahnsinnig beliebt und umschwärmt, beide haben sich auch genau das für ihr Leben gewünscht, schildert Rüther, beide zeichnet Ehrgeiz und Fleiß aus. Für Nelson zeige sich bei Swift die "Verhöhnung des Persönlichen", wenn kritisiert werde, dass sie ihre in die Brüche gegangenen Beziehungen in Songs verarbeite. Dass sie diese Lieder in der dritten Person schreibt, verschafft ihr einen Schutz, den die eher selbstmythologisierende Plath nicht hatte, wie der Kritiker liest - auch Humor kommt bei Swift vor, schließt er. Der Text kann ihn durch seine frischen Ideen zu den "Dichterinnen der eigenen Autobiographie".
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 25.07.2026
"Why tho?", fragt sich Rezensentin Julia Hubernagel bei der Lektüre von Maggie Nelsons neuem Buch über Sylvia Plath und Taylor Swift. Sie kann die beiden zunächst einmal nicht so recht zusammendenken, erstere hat bedeutende Lyrik geschaffen und eine ziemlich tragische Lebensgeschichte, die andere hat mit Popsongs Milliarden gescheffelt. Aber: Beide seien Frauen, die von Männern kritisiert würden und eben nicht der antiken Sophrosyne, der Tugend von Bescheidenheit, entsprechen. Für Nelson ist es besonders entscheidend, dass beiden vorgeworfen wird, das Persönliche zum Thema zu machen, ein Vorwurf, der auch der Autorin selbst immer wieder gemacht wurde, dabei verknüpft sie - normalerweise - auf sehr kluge Weise theoretische Reflexion und eigenes Erleben, wie Hubernagel betont. Hier aber kann sie keinen wirklich eigenständigen Beitrag erkennen, der der Debatte um entweder Plath oder Swift etwas Neues zu geben hätte, auch den "typischen Maggie-Nelson-Sound" vermisst sie schmerzlich. Für sie ist das Buch ein "Ärgernis", und die Frage, warum man sich unbedingt der milliardenschweren Sängerin anbiedert, müsse sich Nelson dann schon gefallen lassen.