Madrid, Marseille, Rom, New York, Boston, Houston, Wien und Prag, irgendwie sind alle Städte gleich und doch wächst mit jeder Stadt in uns der Wunsch nach anderen Städten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2003
Anemonen haben in Enzenspergers Lyrik ebenso ihren Platz wie die "Eigenkompostierungsbemessungsgrundlage". Die Tradition, in der der Rezensent (Kürzel Kos.) diese Dichtungen verortet, ist die der "urbanen Städtelyrik", etwa in der Nachfolge Rolf Dieter Brinkmanns. Jedoch geraten sie "präziser", für Idyllik und Brinkmanns Zorn ist kein Raum mehr. Die Gegenwart der Globalisierung hat ihren Einzug gehalten, die Zeiten der Entzauberung sind vorbei, das Dickicht der Städte wird nur noch "dekodiert". Enzensperger erweise sich, so der Rezensent, als "sensibler Seismograph" dieser Veränderungen, den Gedichten selbst werden ein "herber Reiz" und "Unverwechselbarkeit" attestiert.
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