Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783690970204 Gebunden, 224 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Ein Sommer zwischen Plattenbau und Freibad. Während andere verreisen, teilen die zwölfjährige Henri und ihre beste Freundin Mo eine Tube Sonnenmilch und tauschen heimlich Blicke. Mit einer Erlaubnis für die Erwachsenenabteilung der Bücherei tragen sie stapelweise Bücher nach Hause, Mo liest Kafka, Henri liest Stephen King. Aus Nachmittagen in stiller Vertrautheit auf der Liegewiese oder dem Hochhausdach wird in den kommenden Sommern eine Liebe, die sie beide trägt, während anderes wankt und bricht. Denn Henris Vater macht ihnen Sorgen. Eigentlich ist er lustig und fürsorglich - er, der Swing tanzende Polizist, der morgens seine Depeche-Mode-Kassette hört und Henri durch die Haare wuschelt. Nun verhält er sich rätselhaft, verwüstet den eigenen Schrebergarten, irgendetwas hat ihn im Griff. Henri flieht in die Euphorie der ersten großen Liebe - und sie schreibt. Geschichten voller Geister, um Worte dafür zu finden, was mit der Familie passiert. Und um den Vater zu retten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.07.2026
Einen Sommerroman mit Tiefgang, empfiehlt Rezensentin Stephanie von Oppen mit diesem Debüt von Mara Floren. Wir folgen zunächst der zwölfjährigen Henri, die viel Zeit mit der gleichaltrigen Chinesin Mo im Freibad verbringt, während Henris Vater in Folge einer psychischen Krise durchlebt in die Psychiatrie kommt. Wie die Autorin, die bisher vor allem am Theater arbeitete emotional und doch nüchtern und leichthändig vom Schicksal der beiden Mädchen erzählt (auch Mo leidet darunter, dass sie ihr Herkunftsland verlassen musste), findet die Kritikerin so beeindruckend wie berührend. Und so verzeiht sie gern die folgenden Teile des Romans, in denen Floren fast wie in einer Serie von den inzwischen erwachsenen Mädchen erzählt, aber die "Intensität" des Anfangs vermissen lässt.
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