Mit Bildern von Philip Hopman. Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. Marius ist ein kleiner Träumer. Am liebsten ist er bei Opa: Zusammen gehen sie am Strand spazieren, bauen Drachen oder schauen nachts die Sterne am Himmel an. Bei Opa ist er nicht der kleine Maus, wie ihn sein Vater immer nennt, und auch nicht Mucki oder Maas, sondern einfach Marius. Doch auf dem Weg zu Opa, der mitten in den Dünen wohnt, muss Marius an der Klinik vorbei, vorbei an dem Mann mit den großen Händen, der ihn immer so seltsam anschaut. Und der nicht nur ihn, sondern auch seinen Opa zu kennen scheint! Und dann gibt es da noch diesen Jungen, der von allen nur Vogelkacke genannt wird und der Marius auf dem Kieker hat. Marius kommt einer Geschichte auf die Spur, die in Opas Kindheit ihren Anfang nahm und der sich nun Marius stellen muss.
Vom problematischen Verhältnis von Marius zu seinem Vater erzählt Marco Kunst in einer Sprache, "die sich den Empfindungen des Jungen behutsam anschmiegt", so Anja Robert. Das Fliegen verbinde die beiden - der Ältere ist Pilot, der Jüngere Drachenbauer - und der Rezensentin gefällt, wie der Autor dieses Motiv auf verschiedene Art und Weise durch die Erzählung zieht. Diese sei überhaupt "fein gesponnen" und voller souveräner Lautmalereien, so Robert. In den Bildern des Fliegens sieht sie eine vielschichtige Metapher, nicht zuletzt für das Erwachsenwerden. Als Marius' geliebter Opa stirbt, kommen sich über dem Verlust Vater und Sohn endlich näher, berichtet die Kritikerin, die - auch ohne viele explizite Wertungen - vermitteln kann, dass sie dieses Buch über das Ende einer Kindheit durchaus überzeugen konnte.
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