Aus dem Japanischen von Sabine Mangold. Rei ist eine junge Journalistin in Tokio, intelligent, hellwach und ehrgeizig. Doch sie hat ihr Leben nicht mehr im Griff. Innere Stimmen suchen sie heim, die sie mit zwanghaftem Essen bekämpft und im Alkohol ertränkt. Als sie in einem Supermarkt auf einen jungen Fernfahrer trifft, folgt sie ihm unmittelbar auf die Reise. Eine neue Droge löst die alten ab, und die heißt Sex, bei laufendem Motor im Führerhaus des Trucks - rauschhaft, mechanisch und obsessiv. Rei analysiert diese neue Körpererfahrung mit journalistischem Scharfsinn und schafft es am Ende, zu sich zurückzufinden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2005
Erfreut zeigt sich Rezensentin Irmela Hijiya-Kirschnereit von Mari Akasaka erstem auf Deutsch vorliegenden Roman. Sie lobt die Anschaulichkeit und Präzision, mit der die japanische Autorin das hektische Leben ihrer Protagonistin, einer erfolgreichen Journalistin in Tokio, beschreibt. Obwohl sie ihren Beruf liebt, leidet die Redakteurin einer Frauenzeitschrift unter der Verlogenheit und der Banalität der Inszenierungen, mit denen sie die Konsumleidenschaft ihrer Leserinnen füttert. Eines Nachts steigt sie zu einem zu einem Trucker ins Führerhaus, um mit ihm ans japanische Meer zu fahren und dabei "eine Ekstase nach der anderen" zu durchlaufen. Gefallen hat Hijiya-Kirschnereit insbesondere die "unverbrauchte, frische Sprache", die sich "zwischen jugendlichem Jargon und präzisen Abstraktionen und Metaphern" bewegt. Jeder Dialog, jede Szene lebe von Genauigkeit der Selbstbeobachtung der Ich-Erzählerin, deren Reise schließlich in ihrem psychischen Zusammenbruch kulminiert. Sabine Mangolds Übersetzung findet Hijiya-Kirschnereit "einfühlsam und kompetent". So könne man sich auch hierzulande davon beeindrucken lassen kann, "wie Mari Akasaka dieses Chaos der Sinne modelliert hat und transparent werden lässt".
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