Mit 40 Seiten Bildteil. Aus dem Amerikanischen von Stephan-Alexander Ditze. Kaffee ist heute neben Tabak und Alkohol das wichtigste Genussmittel unseres Kulturkreises. Doch Kaffee war immer auch mehr als das. Seit seiner Entdeckung durch einen äthiopischen Ziegenhirten hat Kaffee die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Strukturen ganzer Länder entscheidend beeinflusst. Gut drei Jahre lang hat der amerikanische Wirtschaftsjournalist Mark Pendergrast für dieses Buch recherchiert - unter anderem als Kaffeepflücker in Guatemala. Auf der Grundlage einer Vielzahl von Bildquellen, Interviews und Firmenporträts liefert er nun eine "Kaffee"-Saga, die dem Leser einen umfassenden Überblick über die Erfolgsgeschichte der braunen Bohne entfaltet.
Die Kulturgeschichte des US-amerikanischen Wirtschaftsjournalisten Mark Pendergrast über den Kaffee sei ohne große Ankündigung eine "Streitschrift wider den Globalisierungswahn und den Hang zur Monokultur-Landwirtschaft", meint Rezensent Andreas Hergeth. Das "500 Seiten starke Buch" enthalte, wenngleich auch etwas USA-lastig, eine gründliche Rückschau auf die Geschichte des Kaffees, von der ersten Erwähnung eines arabischen Arztes im 10. Jahrhundert über die Isolierung des Koffeins durch den Berliner Friedlieb Runge im Jahr 1819 bis zu den "Kaffeekriegen" des 20. Jahrhunderts, berichtet Hergeth. Dabei bewahre der Autor stets einen "kritischen Blick" für politische und ökonomische Entwicklungen bewahrt und gehe auch mit der "unrühmlichen Rolle" der USA im Kaffeehandel hart ins Gericht, lobt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2002
Grundsätzlich scheint Hansjörg Küster in seiner kurzen Kritik dieser Kulturgeschichte des Kaffees durchaus Qualitäten zuzusprechen - jedenfalls in der amerikanischen Originalausgabe. An der deutschen Ausgabe bemängelt er "Stilblüten" des Übersetzers und das fehlende Register. So sei es leider nicht möglich, den "umfangreichen" Band als Nachschlagewerk zu benutzen. Küster weist auch darauf hin, dass Pendergrast seine Monografie aus amerikanischer Sicht geschrieben hat. Zwar habe der Autor für die deutsche Ausgabe "Kapitel über Kaffee in Europa" hinzugefügt, dennoch werde etwa der Maxwell-Konzern ausführlich beschrieben, als Nescafe.
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