Kaum etwas hat eine so große Anziehungskraft auf den modernen, vernunftgeleiteten Menschen ausgeübt wie das Paranormale. Unweigerlich sind wir fasziniert von dem Geheimnisvollen, dem Rätselhaften und dem Undurchschaubaren. Für einige von uns ist es selbstverständlich, manchmal Erlebnisse zu haben, die wir selbst nicht begreifen oder gar erklären können. Dann neigen wir dazu, diese als paranormale Erfahrung anzunehmen. Viele der selbsternannten Magier, Hexen, Geisterbeschwörer, Wunderheiler und Hypnotiseure haben sich diese Überzeugung zunutze gemacht. Wohl jeder hat schon von Wahrsagern, die in die Zukunft sehen, und Medien, die eine Verbindung zu anderen Welten herstellen, gehört. Die Shows von Illusionisten, Magiern und Hypnotiseuren füllen die größten Hallen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.01.2020
Yannic Han Biao Federer gefällt die Kombination aus Magic und experimenteller Psychologie, die der Autor Matthew L. Tompkins in sich vereint. Als Mitglied in Londons Magic Circle und Wissenschaftler bringt der Autor die nötige Gelassenheit mit, meint der Rezensent, um sich dem Grenzbereich zwischen Kunst und spiritistischem Spuk gewinnbringend zu nähern. Wenn Tompkins mit "aufklärerischem Eifer" erläutert, wie wir uns hinters Licht führen lassen durch Kartentricks, optische Täuschungen oder scheinbar Paranormales, so erkennt der Rezensent die Tradition, in der er damit steht. Kenntnisreich und anschaulich scheint ihm Tompkins' Geschichte seiner Zunft.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.12.2019
Rezensentin Anne Kohlick lernt mit dem Sachbuch von Matthew L. Tompkins, ihrer eigenen Wahrnehmung zu misstrauen. Was der Zauberkünstler und promovierte Psychologe in seinem Buch vorführt, lässt die Rezensentin in die Welt der Zauberer und des Spiritismus um 1900 eintauchen. Zu erfahren ist laut Kohlick unter anderem, wie Zauberer wissenschaftliche Erkenntnisse über Kognition vorwegnahmen. Fallbeispiele zu Hexenprozessen und Tricks zum Nachmachen bieten dem Leser Aha-Erlebnisse, versichert Kohlick. Der Band überzeugt die Rezensentin nicht zuletzt durch einen flüssigen Stil und mit einem Haufen Abbildungen, Zaubertrickillustrationen und historischen Fotos von "Geistern".
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