Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.07.2000
Cathrin Kahlweit findet, dass Anselmo ein "sehr repräsentativer Junge" ist und für die vielen Kinder weltweit steht, die durch den gewaltsamen Verlust von Familie und Heimat als "Tötungsmaschine" ein Art von Zuhause bei Rebellen gefunden haben. Der Autorin gelingt es aber - nach Ansicht der Rezensentin - darzustellen, dass es sich bei Kindern wie Anselmo keineswegs um seelenlose Killerkinder handelt, sondern dass auch sie durchaus von Einsamkeit, Heimweh und Verzweiflung und gequält werden, aber kaum eine Möglichkeit haben, aus dieser Situation auszubrechen. Anselmo jedoch gelingt mit Hilfe des Roten Kreuzes schließlich die Flucht über die Grenze und nach der Überwindung zahlloser Schwierigkeiten die Rückkehr in sein Heimatdorf, dass er einst selbst überfallen hatte. Die Rezensentin findet diese Geschichte so "eindringlich, fürsorglich, beängstigend, voller schrecklicher Details", dass sie es durchaus für möglich hält, dass Anselmo "noch Monate, ja Jahre im Kopf des Leser weiterlebt als einer, der ans Herz gewachsen ist wie ein Bruder oder ein eigenes Kind."
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…