Aus dem Portugiesischen von Karin von Schweder-Schreiner. Das Mädchen Imani muss den portugiesischen Offizier Germano unterstützen, weil sie die Sprache und die Sitten der Europäer kennt. Der Offizier soll in Mosambik den Vormarsch des großen Herrschers Ngungunyane gegen die Kolonialherren aufhalten. Schon bald wird Imani für ihn unentbehrlich, und zwischen den beiden entwickelt sich eine vorsichtige Nähe. Imanis Dorf aber steht zwischen den Fronten: Ihre Brüder kämpfen auf unterschiedlichen Seiten, während Onkel und Vater um die Vorherrschaft streiten. Das Land wird vom Krieg der Männer heimgesucht, zu einer Zeit, in der das Wort einer Frau nicht zählt. Doch die Frauen ihrer Familie nutzen eigene Mächte, um die Pfade der Männer zu lenken.
Jahrelang hat Mia Couto Erinnerungen und Geschichten für diesen großen, vielstimmigen Roman gesammelt. Er erweckt eine ganze Epoche, ihre Menschen und Dramen zu neuem Leben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2017
Mit gemischten Gefühlen hat Rezensent Uwe Stolzmann den nun auch auf Deutsch vorliegenden ersten Teil von Mia Coutos Trilogie über Mocambiques König Ngungunyane gelesen. Auch wenn der Kritiker in diesem Band noch wenig über den seit 1885 über das Gaza-Reich herrschenden König, der Südafrika durch Mord, Raub und Vergewaltigungen verwüstete, bis er von portugiesischen Truppen nach Portugal verschleppt wurde, erfährt, folgt er nicht ohne Interesse den beiden Helden, dem afrikanischen Mädchen Imani und dem portugiesischen Gesandten Germano, die aus gänzlich gegensätzlichen Perspektiven auf die Geschichte blicken. Imanis metaphernreiche Sprache erscheint allerdings nicht besonders zugänglich, Germano wirkt hingegen "überzeichnet", bemängelt der Rezensent, der sich auch etwas mehr Handlung gewünscht hätte.
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