Im C&A-Anzug und mit Clip-on-Krawatte im Predigtdienst von Haustür zu Haustür immer mit der Hoffnung, keine Mitschüler zu treffen: So sah Woche für Woche Misha Anouks Kindheit und Jugend in einer prominenten Zeugen-Jehovas-Familie aus. In seinem Buch erzählt er mit erfrischendem Humor von einem Leben ohne Weihnachten, aber mit Geistern, von seinen ersten Zweifeln, und wie er schließlich dank einer Sünde die Sekte verlassen konnte. Ein tragikomischer Einblick in die für Außenstehende verschlossene und skurril anmutende Welt der Zeugen Jehovas
Fasziniert lauscht Nina Apin dem abtrünnigen Zeugen Jehovas Misha Anouk. Der Autor berichtet über seine Sozialisation in der Sekte, seine Zweifel und die absurden Schwindeleien mit der Apokalypse und der Errettung der Gläubigen. Dass er sein Insiderwissen nutzt, um dem Leser das zweifelhafte System aus Autorität und Theokratie zu erschließen, findet sie bemerkenswert. Ebenso, dass Anouk trotz allem für Verständnis für seine Familie wirbt, die er seit seinem Austritt aus der Gemeinschaft mehr gesehen hat. Zum Stil des Buches schreibt Apin, die Mischung aus Alltagsbeschreibung und erklärenden, teils wissenschaftlich flankierten Abschnitten funktioniere erstaunlich gut und erschließe dem Leser die Thematik.
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