Aus dem Englischen von Susanne Gerold. Inmitten einer sterbenden Welt hat die verzweifelte Essun nur ein Ziel: ihre Tochter aus den Händen eines Mörders zu befreien, den sie nur zu gut kennt.Seit sich im Herzen des Landes Sansia ein gewaltiger Riss voll brodelnder Lava aufgetan hat, dessen Asche den Himmel verdüstert, scheinen immer mehr Menschen dem Wahnsinn zu verfallen. So lässt der Herrscher seine eigenen Bürger ermorden. Doch nicht Soldaten haben Essuns kleinen Sohn erschlagen und ihre Tochter entführt - sondern ihr eigener Ehemann! Essun folgt den beiden durch ein Land, das zur Todesfalle geworden ist. Und der Krieg ums nackte Überleben steht erst noch bevor.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 12.03.2022
Das Prinzip der Identifikation mit einer Stadt oder einzelnen Kiezen ist nicht besonders originell, stellt Rezensent Richard Kämmerlings zu Beginn seiner Rezension fest. Die Konsequenz mit der N.K. Jemisin diese Identifikation literarisch umsetzt, scheint den Rezensenten allerdings durchaus zu überraschen. Sechs Bewohnerinnen und Bewohner New Yorks werden als Personifikationen ihrer Stadtteile damit beauftragt, die Neugeburt New Yorks als Metropole zu ermöglichen, indem sie die Stadt vor dem Ungeheuer namens Gentrifizierung beschützen, lesen wir. Dass diese sechs als Vertreter ihrer Stadt unterschiedlicher nicht sein könnten, leuchtet ein - Nicht nur aus Gründen der Unterhaltsamkeit, New York zeichnet sich schließlich bekanntermaßen durch seine Diversität aus. Diese Diversität als erhaltenswert darzustellen, darum geht es der Autorin offenbar. Ob es geschickt ist, "gesellschaftliche Konflikte" zum Preis der Differenziertheit und einer möglichen Überwindung des Zwiespalts "im Endkampfschema zu verhandeln" , bezweifelt der Rezensent.
Für Rezensent Wieland Freund ist Nora K. Jemisins Fantasy-Saga das Buch des Jahres. Hinter dem knalligen Umschlag verbirgt sich laut Freund nicht weniger als die schicke, genderkorrekte "Neuerfindung der High Fantasy". Dass Jemisin ausschließlich aus Frauensicht erzählt, gehört für Freund bei dieser Autorin schon zum Standard. Weil sie darüber hinaus auch packend, plotorientiert und ohne falsche Scheu vor den Zutaten des Genres schreibt, den Leser mal mit klassischer Postapokalypse konfrontierend, dann wieder gekonnt Fantastik und Wirklichkeit ineinander spiegelnd, sodass der Text politisch wird, ist der Rezensent hin und weg.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester…