Aus dem Englischen von Peter Torberg. Ein Roman aus John Le Carrés Circus. Als im Frühling 1963 in London ein russischer Spion zu den Briten überläuft, sieht sich der Secret Service gezwungen, den Spitzenagenten George Smiley aus dem Ruhestand zurückzurufen. Smiley nimmt die Spur des Ungarn auf, den der russische Spion inLondon hätte töten sollen. Doch der ist plötzlich unauffindbar. Die Spur führt Smiley nach Berlin, zu seinem ärgsten Widersacher: dem Mann, der für Smileys Niederlage an der Berliner Mauer und sein Ausscheiden aus dem Dienst verantwortlich war. Doch der ist ihm, wie es scheint, immer einen Schritt voraus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.07.2025
Rezensentin Sylvia Staude freut sich, dass Nick Harkaway in die Fußstapfen seines Vaters John Le Carré tritt und mit seinem Buch auch dessen Figuren wieder aufgreift: Der MI6-Ermittler George Smiley ist im Privatleben unglücklich und deshalb fast froh, dass ein vor dem ungarischen Volksaufstand geflohener Verleger verschwunden ist und er sich für einige Tage mit dessen Sekretärin befassen muss. Staude lobt, wie elegant Harkaway mit dem großen schriftstellerischen Erbe seines Vaters umgeht und verfolgt gebannt, wie die Handlung des Buches in den 1960er Jahren zwischen Berlin, Wien, Budapest, London und Portugal umherspringt und den Kalten Krieg wieder ziemlich heiß erscheinen lässt. Dass der Autor jetzt nur noch Texte seines Vaters weiterschreibt, will die Kritikerin nicht hoffen, aber ein Spin-off zur Sekretärin Susanna fände sie doch reizvoll, wie sie schließt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.06.2025
Rezensent Thomas Wörtche rät, den Spionage-Thriller von John le Carrés Sohn Nicholas Cornwell alias Nick Harkaway nicht zu unterschätzen. Mehr als ein Pastiche sieht er in dem zwischen le Carrés "Der Spion, der aus der Kälte kam" und "Dame, könig, As, Spion" angesiedelte Text schon deshalb, weil der Autor eigene Akzente setzt, mehr Action einbaut und politische Fronten klarer zeichnet. Davon abgesehen ist die Handlung, in der es um den Clash der ideologischen Systeme und von MI6 und KGB geht, laut Wörtche zwar hoffnungslos komplex, aber stimmig und plausibel. Dass Harkaway "Smiley" so gekonnt auferstehen lässt, scheint Wörtche ehrlich zu überraschen.
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