Aus dem Französischen von Brigitte Große. Ende der achtziger Jahre in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Gaza-Streifen: Youval, ein zwanzig Jahre junger israelischer Soldat, wird zur Bewachung einer verlassenen Schule mitten im Lager Jabalya versetzt. Er lernt viele Lagerbewohner kennen und stellt fest, unter welch schwierigen Lebensbedingungen sie dort überleben müssen. Aber er stellt auch fest, dass es in diesem Konflikt keine einfachen Lösungen gibt. Im Anhang informiert ein Sachteil über die Geschichte Palästinas, die Gründung des Staates Israel und die israelisch-arabischen Kriege, die besetzten und die autonomen palästinensischen Gebiete, den Status und die Lebensbedingungen der palästinensischen Flüchtlinge, die Intifada und den Friedensprozess.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.05.2002
Die Erzählung Ouzi Dekels um israelische Soldaten im palästinensischen Flüchtlingslager Jabalya hat einen autobiografischen Hintergrund. Dekel war selbst Soldat, hat jedoch nach kurzem Einsatz im Gaza-Streifen den weiteren Aufenthalt in den besetzten Gebieten verweigert. Er kam ins Gefängnis, gründete danach eine Gruppe für Gleichgesinnte und lebt inzwischen als Journalist in Paris. Seine Geschichte, die für Aufklärung sorgen will, ist ihm, wie die Rezensentin Ulrike Heidenreich bedauert, jedoch nicht so recht gelungen. Zu "holprig" die Sprache, man kommt dem Erzähler nie wirklich nahe. Nützlich dagegen der "informative Sachteil" zum israelisch-palästinensischen Konflikt.
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