Aus dem Französischen von Ina Kronenberger. 1977 verschwindet Agnès Le Roux, die Tochter einer wohlhabenden Familie an der Côte d'Azur in Frankreich. Bald geht man von einem Verbrechen aus, und der Anwalt der Familie, Maurice Agnelet, gerät in Verdacht, ihr etwas angetan zu haben. Er ist Agnès' verheirateter Liebhaber, ein Verführer, der es meisterhaft versteht, Menschen für seine Zwecke zu benutzen. Guillaume Agnelet ist noch ein Kind, als ihm sein Vater einen Mord gesteht, für den es keine Beweise gibt. Fast dreißig Jahre lang schweigt der Sohn und verteidigt den Vater sogar vor Gericht. Bis er nicht mehr kann. Pascale Robert-Diard hält fest, wie eine Familie vor den Augen der Öffentlichkeit an ihren Geheimnissen zerbricht. Eine wahre Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.11.2017
Lothar Müller berichtet ganz gebannt von der Lektüre von Pascale Robert-Diards Nachzeichnung eines historischen Mordfalls. Wie die Gerichtsreporterin die Revision des spektakulären Prozesses in ihren juristischen Einzelheiten aufrollt, findet er stark. Ebenso, wie sie die Perspektive des Sohnes des Mordverdächtigen einnimmt, der für die entscheidende Wende im Prozess sorgt, indem er das Schweigen bricht. Dass die Autorin mit ihrem Arbeit nicht alle Rätsel des Falles lösen kann, fällt dabei für Müller gar nicht so sehr ins Gewicht.
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