Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2003
Mit der Edition des siebenbürgischen Schriftsteller Paul Schuster hat sich der Rimbaud-Verlag in den Augen von Olga Marytnova einmal mehr um die am Rande der Habsburger Donaumonarchie entstandene deutschsprachige Literatur verdient gemacht. Die Rezensentin beschreibt den 1930 - also zwölf Jahre nach dem Zerfall des kuk-Imperiums - geborenen Schuster als einen Autor, der in seiner Prosa "forschend, verstehend, lachend, trauernd und keinesfalls verniedlichend" zurückblickt, dabei jedoch keine Heimat-Literatur verfasse, sondern eine "Literatur über die in der Vergangenheit versunkene Heimat". Die Erzählungen aus dem Band "Huftritt" spielen meist kurz nach dem Ersten Weltkrieg, als die Siebenbürgersachsen ihre privilegierte Position verlieren, die "unverständliche rumänische Sprache" erlernen und den "unbegreiflichen rumänischen Gesetzen" gehorchen müssen. Besonders hervor hebt Marytnova die "wunderbare" Liebesgeschichte "Heilige Cäcilie", in der Schuster in funkelnden Splittern eine zugleich fabelhafte und mythische Welt wiedererschaffe.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…