Aufstieg und Niedergang der lohnabhängigen Klasse: Vom rebellischen Vierten Stand, über eine Gewerkschaftsbewegung und einige Arbeiterparteien, zur politischen Emanzipation, zur modernen Organisation nützlicher Armut, zur selbstbewussten Anpassung an den Reformbedarf von Nation und Kapital.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.12.2002
Allein schon den Titel dieses Buchs von Peter Decker und Konrad Hecker werden viele als "Provokation" aufnehmen, ist Malcolm H. Dunn sicher, denn die Zeit der Proletarier ist eigentlich längst abgelaufen, meint der Rezensent. Die Autoren räumen in ihrer historischen Untersuchung zwar ein, berichtet der Rezensent, dass sich der Lebensstandard für viele Lohnarbeiter deutlich verbessert habe, trotzdem aber sei der Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital keineswegs aufgehoben. Auch mit dem Sozialstaat gingen sie daher hart ins Gericht, denn schließlich trage auch er zur Reproduktion des Kapitalismus bei. Die gleichermaßen radikale wie einseitige "linke Kritik" der Autoren erzeuge, so Dunn, viel Unmut, sei aber gerade deswegen "lesenswert", auch für diejenigen, die die Ansichten von Decker und Hecker ablehnen, meint der Rezensent.
Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…