Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN
9783751840194 Gebunden, 182 Seiten, 34,00
EUR
Klappentext
Herausgegeben von Judith Schalansky. Aus dem Englischen von Michael Kleeberg. In den frühen 1970er Jahren begab sich Richard Mabey auf eine Expedition, die das Genre des Nature Writing nicht nur grundlegend veränderte, sondern wiederbelebte und neu erfand. Denn statt unberührte Landschaften bereiste er jene städtischen Räume, die gemeinhin nicht mit Natur assoziiert werden: Mabey erkundete verfallene Hafenanlagen und verwilderte Bombentrichter, Kanalsysteme und Parkplätze und entdeckte dabei, dass es kaum einen Winkel in unseren urbanen Landschaften gibt, der nicht in irgendeiner Form zum Leben geeignet ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.06.2026
Rezensentin Sylvia Staude macht dieses Buch ziemlich glücklich. Richard Mabey huldigt in diesem ursprünglich 1973 erschienen Buch dem Wildwuchs der Natur und er klagt darüber, dass dieser vom Menschen, wo es nur geht, eingehegt und zubetoniert wird. Alle Versuche der Menschen, die Natur zu ordnen und zu kontrollieren, sind Mabey ein Dorn im Auge, auch gegen die Verunglimpfung nicht einheimischer Pflanzen schreibt er an. Besonders am Herzen liegen ihm resiliente, nicht tot zu kriegende Pflanzen wie der Holunder, die auch kurze, temporäre Freiräume, die ihnen der Mensch gewährt, zu nutzen wissen. Staude sieht in Mabey einen Vorläufer heutiger nature writer und freut sich darüber, dass das Buch nicht nur einen neuen Blick auf die Welt ermöglicht, sondern auch noch toll poetisch geschrieben ist.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.05.2026
Rezensent Günter Wessel hält das Anfang der 1970er Jahre erschienene Buch von Richard Mabey für gut gealtert. Heißt, es ist weiterhin aktuell und liest sich auch so. Wessel vermutet, es liegt daran, dass sich die Bedingungen der von Mabey beschriebenen innerstädtischen Natur auf Brachflächen und Müllkippen nicht so sehr verändert hat. Den Blick schärfend für das Grün im Asphalt und die Tiere im Stadtraum, durchstreift der Neubegründer des "Nature Writing" laut Wessel Siedlungsränder und Hafenanlagen Londons und beschreibt lebendig die Veränderungen bzw. Anpassungen in der Tier- und Pflanzenwelt. Mabeys Faszination und Bewunderung sind ansteckend, auch nach 50 Jahren noch und auch, wenn der Autor nichts beschönigt, findet Wessel.
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