Mit zwölf Illustrationen von Leander Keller aus dem Jahr 1970 und einem Vorwort von Robert Menasse aus dem Jahr 2004. Im Umfeld der Wiener Kommune "Hundsblume" (1970-72) wurde als erste Nummer der gleichnamigen Zeitschrift Schindels 1967/68 verfasster Text "Kassandra" veröffentlicht. Geprägt vom avantgardistischen Anspruch der Hundsblume, Politik, Kunst und Literatur als Revolution gegen die Normen von Staat und Gesellschaft zu verbinden, ging es deren Vertretern aber nicht um die Zertrümmerung von Sprache, sondern um die "Überwindung einer Phantasie, die einen dazu führt, Realität zu erkennen". Kassandra wird somit zum Logbuch aus der Zeit der "heißen Viertelstunde" der Studentenrevolte in Wien, in der Schindel gleich dem mythologischen Vorbild als Rufer und Mahner fungiert. Im dichten Fluß der Aneinanderreihung von autobiografischen Gesprächs-Bruchstücken und Zitaten literarischer wie politischer Vorbilder schreibt er gegen herrschende Strukturen an und thematisiert so die Selbstsuche einer ganzen Generation zwischen Konsum, Beziehungsnöten und Marx.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…