Eine Studie über die Sprache der Bilder in spätmittelalterlichen Herrschaftskonflikten. Die Kommunikationskultur des Mittelalters prägte eine Form der visuellen Öffentlichkeit, die von mannigfaltigen Bildern, Formeln, Herrschafts- und Hoheitszeichen beherrscht war. Als ein zentrales Element dieser Zeichensprache fungierten 'Devisen' - persönliche Erkennungszeichen, in denen visuelle und sprachliche Elemente kombiniert und zu einem Motto verdichtet wurden. Simona Slanicka analysiert in ihrer Untersuchung den vielfältigen Gebrauch derartiger Devisen am Hof des burgundischen Herzogs Johann ohne Furcht (1371-1419) und beschreibt detailliert ihren medialen Einsatz in Herrschaftskonflikten als "Krieg der Zeichen".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2003
Was, so die Frage, die die Dissertation der Historikerin Simona Slanicka zu beantworten sucht, hat der Hobel auf der Robe der Grabfigur des burgundischen Herrschers Johann ohne Furcht (regierte um 1400) zu bedeuten? Die Antwort fällt so einfach wie, jedenfalls nach Ansicht des Rezensenten (Kürzel uha.), überzeugend und "erhellend" aus: der Hobel steht für die Ordnungsmacht, die den Hobel ansetzt, "auf dass die Späne flögen". Das Symbol also Zeichen der Macht, oder, in der Fachsprache, "Devise" im Sinne von Herrschaftszeichen, nicht nur Kunst und Teil der Bildsprache, sondern manifestes "politisches Programm". Ins allgemeinere übersetzt deutet die Autorin - mit Zustimmung des Rezensenten - den Hobel als Beispiel für "vornationalistische Abgrenzungsmechanismen", die etwa in den Nationalflaggen ihre Nachfolger gefunden haben.
Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…