Auf der Suche nach den Fußspuren des Kolonialismus
Carl Hanser Verlag, München 2026
ISBN
9783552076440 Gebunden, 448 Seiten, 32,00
EUR
Klappentext
1879 startete König Leopold II. von Belgien einen sonderbaren Plan, um Afrikas Ressourcen zu plündern: Elefanten sollten als Arbeitstiere dienen. Dazu beauftragte er den irischen Abenteurer Frederick Carter, vier gezähmte Asiatische Elefanten von Indien an die ostafrikanische Küste zu verschiffen, von wo sie ins Landesinnere Richtung Kongo marschieren sollten. Ziel war nicht weniger als die Gründung einer Ausbildungsstätte für Afrikanische Elefanten. Auf den Spuren dieser Expedition erzählt Sophy Roberts eine längst vergessene Geschichte, die sie nach Afrika und Asien führt, wo sie auf Elfenbein- und Menschenhändler trifft, mächtigen Häuptlingen begegnet und die Erhabenheit der Natur erlebt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.08.2026
Ein eindrückliches Buch hat Sophy Roberts laut Rezensent Günther Wessel verfasst. Die Autorin beschäftigt sich mit einer Episode aus der belgischen Kolonialzeit: König Leopold II. heuerte im späten 19. Jahrhundert den aus Irland stammenden Abenteurer Frederick Carter an, um Elefanten zu trainieren, die Rohstoffe vom Tanganjikasee an die afrikanische Ostküste transportieren sollten. Als humanistisches Projekt getarnt, ging es tatsächlich um Profitmaximierung und die Fortschreibung kolonialer Gewalt. Roberts versucht, die Geschehnisse zu rekonstruieren, was oft schwierig wird, etwa wenn es darum geht, den Weg der Elefanten, die ursprünglich aus Indien kamen, zu rekonstruieren. Sie stößt nicht nur auf Spuren der kolonialen Vergangenheit, sondern reflektiert auch ihre eigene Perspektive als privilegierte Autorin, die von westlichen Sehgewohnheiten geprägt ist. "Fantastisch recherchiert" und rundum fabelhaft ist dieses Buch, so der Rezensent, weil es Geschichte lebendig werden lässt und historische Figuren in ihrer Komplexität ernst nimmt - auch Carter war, zeigt Roberts, nicht nur von persönlicher Gier angetrieben, sondern gleichzeitig ein Rädchen im Getriebe eines größeren politisch-ökonomischen Ausbeutungssystems.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester…