Auf ein sehr ungewöhnliches Leseerlebnis lässt Helmut Höges Schilderung der Begegnung mit diesem Buch des 1933 von den Nazis ermordeten Philosophen schließen. Theodor Lessing entwickelt darin Höges Eindruck zufolge die antidarwinistische Theorie, nicht natürliche Selektion sondern Domestizierung und menschliche Manipulation habe entscheidend bei der Veränderung und Denaturierung von Tier- und Pflanzenwelt gewirkt. Dabei sind Lessings Beobachtungen und Folgerungen, wie man Höges Lessing-Zitaten und Gedanken-Rekonstruktionen entnehmen kann, sehr subtil und hintergründig und nicht wirklich daran interessiert, Darwin zu widersprechen, sondern den utopischen Begriff eines Lebens zu entwickeln, wie es sein könnte, wenn die Zivilisation nicht restlos davon Besitz ergriffen hätte.
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