Verena Stauffer

Strahlen

Cover: Strahlen
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2026
ISBN 9783627003456
Gebunden, 320 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Ava ist Künstlerin, sie lebt eine ungesicherte, prekäre Existenz. Sie ist dabei, sich aus einer unglücklichen Beziehung zu befreien, und gerät bei ihrer Suche nach Geborgenheit in eine Dreiecksgeschichte zwischen einem jungen, attraktiven Arzt und dem wirklichkeitsscheuen E. Es entsteht ein Wechselspiel von vibrierendem Zauber und erschütternden Wendungen, aus Jagen und Gejagt-Werden, aus Erfüllung und Entzug, aus Leben und Tod. Ein immer größer werdendes Misstrauen durchzieht ihren Geist: Wer ist der Vater ihres Kindes, ist sie tatsächlich schwanger? Wurde ihr Geliebter ermordet? Fast verliert sie sich im Hin- und Herspringen zwischen virtuellem und wirklichem Leben, und findet sich in einem Role-playing Game wieder, in einem virtuellen Spiel, in dem sie gegen sich selbst zu kämpfen scheint. Doch mit ihrem unumstößlichen Glauben an die Malerei, an die Farben, an Freundschaft und an das Gute, schafft sie ein neues, großes Gemälde und spürt, dass sie Leben erfahren musste, um sich selbst und ihrer eigenen Kunst wieder nahezukommen. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 06.08.2026

Rezensent Ralph Gerstenberg freut sich über einen Roman der Lyrikerin Verena Stauffer über Kunst und Musen, der aus weiblicher Perspektive erzählt wird: Die Wiener Künstlerin Ava zieht ins Upper-Class-New York, trennt sich von ihrem Freund David und bandelt bald mit dem Republikaner Kyle an. Der stellt sich aber auch als Rassist und Schläger heraus, schildert Gerstenberg, das reflektiert Stauffer in einer poetischen Sprache, die sich dem Banalen durch ihre Präzision zu entziehen weiß. Ava denkt nach über den griechischen Maler Zeuxis, über das Verhältnis von Kunst und Realität, über die vielen Affären, die sich an ihre Beziehungen anschließen und die für sie Inspirationsquelle ihres künstlerischen Schaffens sind, wie wir lesen. Sie interessiert sich immer mehr für das "auf die Leinwand Durchscheinende", das sie im menschlichen Kontakt erlebt, für die seelischen Wunden der Männer, was den Kritiker an Joseph Beuys' Installation "Zeige deine Wunde" denken lässt. Dass der Roman in der zweiten Hälfte etwas ausfasert, kann er gut verzeihen, da ihm gefällt, wie Stauffer die Fragen von Kunst, Selbstfindung und Musentum anhand einer weiblichen Künstlerin erzählt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2026

Rezensentin Lerke von Saalfeld macht klar: Ein Meisterwerk ist Verena Stauffers Roman um eine promiskuitive Künstlerin nicht geworden. Dass die Protagonistin am Ende einer Odyssee von Wien über New York und Teheran nach Rumänien all ihre Liebhaber malerisch vereint abbildet und damit Erfolg hat, ist eine Pointe, die Saalfeld nicht wirklich überzeugt. Auch der etwas labyrinthische Weg dahin scheint Saalfeld bis auf einige interessante Einblicke in die Lebenswelt der Künstlerin wenig aufregend zu sein. Sprachliche Gewandtheit möchte Saalfeld Stauffer allerdings nicht absprechen.

Beliebte Bücher

Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Miriam Carbe. Unerwünschte Töchter - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…