Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2000
Die Sympathie Joachim Kaisers für dieses Buch ist ihm in seiner Rezension deutlich anzumerken - auch wenn er bei Seth Schwächen in der „literarischen Darstellungskunst“ ausmacht. Die Traumata des Protagonisten sind seiner Ansicht nach nicht wirklich nachvollziehbar und überzeugend geschildert, jedoch hat er viel Lobendes über Seths Umgang mit der musikalischen Thematik zu sagen. Bücher, die sich mit der musikalischen Materie beschäftigen, kranken in Kaisers Augen oftmals entweder an mangelndem Fachwissen oder einer so spezialisierten Dastellung, dass selbst „wohl informierte musikalische Laien“ nicht folgen können oder mögen. Seth hingegen sei einerseits seine Fachkenntnis anzumerken, gleichzeitig erfahre man viel über den Alltag, die Probleme und Hoffnungen von praktizierenden Musikern. Dabei weiß Kaiser Seths „überfeine Seelen-Zartheit“, seine Ironie und seine deutlich spürbare Liebe zur Materie besonders zu schätzen. Von einem fachlichen Fehler abgesehen, ist die Übersetzung Annette Grubes seiner Meinung nach gelungen, allerdings läßt Kaiser kein gutes Haar an der Übertragung der kleinen eingestreuten Verse Seths von Eberhard Breidert: Hier diagnositiziert Kaiser spürbar genervt eine „Reim-Dich-oder-ich-fress-Dich“-Schwäche.
Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…