Schon zu Lebzeiten war er ein Mythos und ist es noch immer: Johann Wolfgang Goethe, der größte deutsche Dichter aller Zeiten, Universalgenie, Naturwissenschaftler und Politiker. Jeder kennt ihn, jeder liest ihn, denn bis heute zählt er fest zum Kanon der Schullektüre. Wer aber ist der Mensch, der hinter diesen Werken steckt? Goethe zum Leben zu erwecken, ist kein Hexenwerk! Unzählige Anekdoten, viel Amüsantes, Menschliches und Sympathisches gibt es von ihm zu erzählen: Dass er als Fünfzehnjähriger aus übergroßer Verliebtheit zum jugendlichen Straftäter wurde, indem er Schriftstücke fälschte. Oder dass er als Student seiner großen Liebe, der Pfarrerstochter Friederike Brion, aus Jux (oder Schüchternheit?) in verschiedenen Verkleidungen gegenübertrat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.03.2005
Natürlich gibt es, so Angelika Overath, "17-jährige Mädchen, die, bauchnabelfrei und emphatisch, die ?Braut von Korinth? aus dem Stand deklamieren" - aber normalerweise gelten die Klassiker jungen Menschen als lästiger Pflichtstoff im ungeliebten Unterricht. Ein mögliches Vademekum: Biographien, die "Klassiker als Menschen zeigen", die sich aufgelehnt hatten "gegen die Väter, die Gesellschaft, gegen Kirche und Staat" - und die "bei allem auch unsicher" blieben! Identifikationspotential! Schließlich war Goethe auch nur ein "verkrachter Student", der "von einer Liebeskatastrophe in die andere" stolperte. Waltraut Lewin hat beim Versich eines solchen Brückenschlags zur jugendlichen Befindlichkeit ganz besonders viel gewagt - sie gestaltet die Welt des Dichters und Geheimrats in szenischer Rede und legt taucht damit die Welt Goethes in in eigenes "Temperament". Dennoch, auch dank der Textanthologie im Anhang, ein zumindest interessantes Unterfangen, befindet die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.01.2005
Den Rezensenten Christof Launer bringt diese für jugendliche Leser geschriebene Goethe-Biografie ins Schwärmen. Ihn begeistert vor allem, dass das Buch auf mehreren Ebenen funktioniert. Zum einen sei es nämlich eine mit vielen Anekdoten angereicherte Biografie, die trotzdem Goethes dichterisches Werk in den Mittelpunkt stellt. Zum anderen vermittelt das Buch "ein lebendiges Panorama der Goethe-Zeit". Aufgeschrieben ist das alles nach Meinung des Rezensenten in "zum Teil wirklich filmreifen Erzählpassagen", die den Unterhaltungswert der Biografie noch steigern und verhindern, dass das Ganze allzu didaktisch daherkommt.
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