Jahrzehntelang hat Hunter S. Thompson den amerikanischen Journalismus mit seinem herben Witz, radikalen Ideen und seiner Gonzo-Taktik belebt. In seinem Buch "Hey Rube" behauptet er seine Vorherrschaft als "Una-Bomber der gegenwärtigen Literatur" (Time). Angst, Gier und Action sind in seinen übermütigen, provozierenden Artikeln im Überfluss vorhanden, auch wenn Thompson mit Anklagen, Brandreden und tumultuöser Großsprecherei sparsam umgeht. Stattdessen bietet er brillante Kommentare über Politik, Sex und Sport - manchmal sogar alles in einer Kolumne gleichzeitig. In seinen Kolumnen (von Nov. 2000 bis Okt. 2003) offenbart Hunter S. Thompson seinen Ekel über die Wahlen 2000; er kritisiert die Entwicklung des Baseballs in der Major League und stellt durchaus ehrenwerte Beobachtungen über die Probleme an, die Amerika quälen, über die Bush-Administration und die Ungleichheit im Rechtssystem der USA.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2007
Bestens unterhalten hat sich Andreas Rosenfelder bei der Lektüre dieses Bands mit Hunter S. Thompsons Kolumnen über Sport, Politik und den Lauf der Dinge aus den Jahren 2000 bis 2003, der letzten Veröffentlichung des amerikanischen Schriftstellers vor seinem Selbstmord im Februar 2005. Neben zahlreichen Sportreportagen, die ein gewisses Interesse an uramerikanischen Sportarten wie Football und Baseball voraussetzen, findet Rosenfelder in dem Band eine Reihe von Texten, die Thompson als einen "Großmeister einer bösen und zutiefst subjektiven Geschichtsschreibung" erweisen. Gerade diese fügen sich nach Ansicht Rosenfelders zu einem Sittenbild des amerikanischen way of life vor und nach dem 11. September zusammen. Hier erweist sich Thompson für ihn einmal mehr als "Chronist für raue Zeiten".
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