Eine kurze Geschichte der politischen Propaganda von der Oktoberrevolution bis heute
btb, München 2026
ISBN
9783442763382 Gebunden, 560 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann. Während ihrer langjährigen Tätigkeit als Journalistin sieht sich die schwedische Autorin Ingrid Carlberg immer wieder mit Fake News, Desinformationskampagnen und politischer Propaganda konfrontiert. In Marionetten begibt sie sich auf die Suche nach deren Wurzeln, bis hin zu den Anfängen der Massenkommunikation, und wirft zugleich ein Licht auf die modernen Mechanismen der Meinungsmache.Im Zentrum steht der deutsche Sozialist Willi Münzenberg, dessen Talent nicht nur Lenin und Stalin zugutekam. Mit seinem Medienimperium, aufgebaut in der Weimarer Republik, hat er den Werkzeugkasten der politischen Propaganda definiert. Seine Methoden werden bis heute kopiert.Um die Verstrickungen zwischen privater, unternehmerischer und staatlicher Meinungslenkung offenzulegen, hat die vielfach ausgezeichnete Journalistin Ingrid Carlberg in zahlreichen Archiven recherchiert. Denn nur fundiertes Wissen hilft, zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.06.2026
Der hier rezensierende Historiker Daniel Siemens liest das Buch der schwedischen Journalistin Ingrid Carlberg über kommunistische Propaganda und heutige Fake-News-Maschinen mit Interesse, aber auch mit Skepsis. Zwar gelingt es der Autorin laut Siemens, aufgrund von intensiver Archivrecherche eine chronologische Geschichte der kommunistischen Massenbeeinflussung nach der Oktoberrevolution mit Willi Münzberg im Zentrum zu erzählen, die einzelnen Akteure aber bleiben blass und werden in ihrer Zerrissenheit nicht analysiert, bedauert Siemens. Bei der Darstellung gegenwärtiger Medienmanipulation kann die Autorin zwar auf ihre journalistische Expertise zurückgreifen, erklärt der Rezensent, weiterführende Lösungsvorschläge dazu, wie Journalisten als Speerspitzen der Demokratie gegen Propaganda vorgehen sollen, bietet das Buch aber leider nicht, so Siemens.
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