Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2000
Viel Freude hat der Rezensent mit dem Kürzel S.V. nicht am neuen Lyrikband von Jochen Keller, der neben vier Gedichtgruppen auch zwei Kapitel mit Prosaskizzen beinhaltet. Klischees über Klischees verortet der Rezensent in den Texten, und die, wie er meint, inhaltlich gespickt sind mit Eitelkeit und der Ich-Bezogenheit des Dichters, für den die Welt ein unlustiger Ort ist. "Bedeutungsschwangere Nicht-Sätze stolpern über ihre müden Versfüsse, und am Ende bleibt kunstgewerbliche Erlebnislyrik, naiv gesellschaftskritisch aufgepeppt" lautet die negative Bilanz des Rezensenten. Keller betone in seinem Band die Freiheit, die ein Lyriker hat - kann aber in den Augen des Rezensenten mit dieser Freiheit nicht umgehen.
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