Die 13-jährige Evelien ist gerade erst mit ihrer Mutter nach Amsterdam gezogen - in eine dieser grauen Hochhaussiedlungen, mit Blick auf einen wenig einladenden Beton-Spielplatz. Ziemlich trostlos, doch wider Erwarten findet Evelien schnell einen neuen Freund: den dunkelhäutigen Khalid, der sie sofort fasziniert. Mit ihm erschafft sie sich eine kleine Idylle im Keller eines ehemaligen Bauernhauses, eingerichtet mit ein paar Möbeln vom Sperrmüll. Aber dann taucht Jackie auf, die behauptet, von ihrem Vater geschlagen zu werden. Sie bittet Khalid und Evelien um Hilfe...
Silke Schnettler ist bezaubert von Karlijn Stoffels' Liebesgeschichte zwischen dem Jungen Khalid und der "ruppigen" Evelien. Die zarte Annäherung zweier 13-Jähriger findet sie "intensiver als das meiste, was in den letzten Jahren über Lust und Frust zwischen Teenagern geschrieben wurde". Die Autorin beschreibe "schlicht und knapp" die Tristesse einer Amsterdamer Hochhaussiedlung. Dabei hat sie "wunderschöne Bilder" für diese Beziehung im Niemandsland gefunden, schwärmt die Rezensentin: So baut Khalid etwa für Evelien eine unterirdische Hütte, die nur die beiden kennen. Schnettler hebt als weitere Stärke des Buchs die Ambivalenz hervor, in der Stoffels die Menschen zeigt: Ein von ihrem Vater misshandeltes Mädchen, dass die beiden in ihrer Höhle verstecken, verrät am Ende den Unterschlupf.
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