Aus dem Amerikanischen von Ingrid Krane-Müschen. "Komm mit nach Dreamland, denn Träume werden dort wahr!" Zwerge und Gangster, Gaukler und Huren, Glücksritter und Desperados der Alten Welt, Straßenkinder und selbst ernannte Heilige ... es war einmal in New York. Millionen von elektrischen Lichtern lassen den Vergnügungspark Dreamland taghell erstrahlen, zeigen die Kuriositäten und Monstrositäten des beginnenden technischen Zeitalters: Brutkästen als Jahrmarktattraktion, die ersten Geisterbahnen, der nachgespielte Burenkrieg und der tägliche Ausbruch des Vesuv - dazu wird das soeben erfundene Fast Food genossen. Als Dreamland eines Tages wirklich in Flammen steht, wird dieses Feuer zur großen Parabel von Aufstieg und Fall, Erlösung und Untergang.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2000
H. G. Pflaum zeigt sich sehr angetan von diesem Roman, der aus der Sicht eines Zwerges aus dem New York um 1910 erzählt und in dem sich historische Realität und Fiktion durchdringen. Er lobt das Buch für seine genau recherchierten Fakten, heißt aber auch die Abweichungen des Autors von verbürgten historischen Tatsachen ausdrücklich gut. Der Ich-Erzähler erinnert ihn an den Oskar Mazerath aus der Blechtrommel, da er wie dieser aus der "Augenhöhe eines Kindes", dabei aber mit dem Horizont eines Erwachsenen berichte, so der Rezensent, der die "suggestive Spannung" des Buches vor allem dem Kontrast der beiden Handlungsorte - die arme Lower Eastside und die Vergnügungsparks von Coney Island - zuschreibt. Er preist die geradezu "filmische Dramaturgie" und die ausgefeilte "Montagetechnik" des Romans und schwärmt von dem Roman als "rhythmischer Fuge". Einzig der in der Nebenhandlung auftauchenden Geschichte von einer gemeinsamen Amerikareise von Freud und Jung merke man eine gewisse Mühe an, doch am Ende enthüllt sich auch hier ihr tieferer Sinn, lobt der Rezensent.
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