Anthea-Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783899984606 Gebunden, 450 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Aus dem Tschechischen von Raija Hauck. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist St. Georg ein Ort, an dem Wunder Alltag sind: Man spricht mit Heiligen, geht über Wasser, pfeift Steine entzwei. Doch die neue Zeit rückt näher. Als der totgeglaubte Odysseus nach fünfzehn Jahren zurückkehrt, geraten Ordnung, Glaube und Erinnerung ins Wanken - die stumme Julia scheint sowohl an ihm als auch an seinem Bruder interessiert."Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt" ist ein Roman, der mit Motiven des magischen Realismus spielt. Hlaučo erzählt vielstimmig von einer Welt an der Schwelle zur Moderne, von Sprache, Verwandlung und dem Moment, in dem aus einem Ende ein Anfang wird. In St. Georg treffen das Mystische und das Mechanische aufeinander, die alten Wunder funktionieren noch - doch niemand weiß, wie lange.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.07.2026
Gleich zwei Preise des tschechischen Literaturwettbewerbs Magnesia Litera hat dieses Buch von Miroslav Hlauco gewonnen, weiß Rezensentin Judith Leister, für den besten Roman und für das beste Debüt, und das zurecht. Im habsburgischen St. Georg schlägt sich ein Pfarrer, Method der 43. (Nachkomme des historischen Slawenapostels Method), mit haufenweise "Zeichen und Wundern" herum und vor allem mit dem Konflikt zwischen Neu und Alt, so Leister, da taucht beispielsweise ein Totgeglaubter wieder auf, Odysseus, der auch technische Neuerungen ins Dorf und damit alles durcheinander bringt. Die größte Gefahr ist allerdings ein Wiener Notar: Dieser "junge, studierte, eingebildete Edelknecht" reist ebenfalls nach St. Georg um sich "den Ungereimtheiten vor Ort" zu widmen. Die "burlesken Charaktere" des Romans erinnern die Kritikerin an Gogol oder Bohumil Hrabal und der Schauplatz eines Dorfes an der Schwelle zur Moderne ist für sie durchaus anschlussfähig für unsere Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.03.2026
Einen großen Erzähler entdeckt Rezensentin Olga Hochweis in diesem Buch. Miroslav Hlaučo entführt seine Leser ins Jahr 1903 und in ein Städtchen namens St. Georg, dessen Bewohner magisch befähigt sind und beispielsweise Felsen mit einem Pfeifton zu spalten vermögen. In diesen Ort kehrt die Hauptfigur Odysseus Pastyr zurück und führt die Moderne in Form von, unter anderem Nähmaschinen ein. Die Namenswahl des Protagonisten ist kein Zufall, Hlaučos kurzweiliges, humorvolles Romandebüt besticht durch zahlreiche kulturhistorische Verweise, von der Bibel bis zu Gogol reicht das intertextuelle Referenzsystem. All das ergibt ein reichhaltiges, starkes Buch, schließt Hochweis.
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