Aus dem Englischen von Frank Sievers und Andreas Jandl. Roger Deakin begibt sich auf eine Reise in das fünfte Element - das Holz. Die Reise beginnt im Schatten der Bäume seines Suffolker Gartens, führt ihn durch die Wälder Großbritanniens quer durch Europa bis nach Zentralasien und Australien. Auf der Suche nach den vielfältigen Funktionen und Bedeutungen dieses Materials, das wohl wie kein anderer nachwachsender Rohstoff die Menschheitsgeschichte geprägt hat, beschneidet er die Bäume in Suffolk, schwimmt neben Walnussbäumen des Haut-Languedoc, reist durch die wilden Apfelhaine Kasachstans, lebt in Holzhütten und Bretterbuden und sucht mit Aborigine Frauen nach Karandapflaumen im australischen Outback. Deakins literarische Erforschung unserer Beziehung zu den Wäldern ist Autobiografie und Abenteuerroman, Natur- und Kulturgeschichte zugleich und nicht zuletzt eine eindringliche Anleitung zur Achtsamkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.08.2018
Laut Rezensentin Sylvia Staude nimmt Roger Deakin in seinem Buch "Wilde Wälder" die Bäume zum Anlass, über so ziemlich alles Bedeutsame "bis runter zur Motte" nachzudenken. Die Rezensentin ist ihm gerne auf seinen Nachforschungen zu Arten und Zuständen von Bäumen in verschiedenen Ländern gefolgt und hat dabei fast sehnsüchtig bemerkt, wie sehr der 2006 verstorbene Deakin sich auf die Natur einlassen konnte. Alles, was ihm dabei untergekommen ist, hat der "Wörter- und Holzschnitzer" laut Staude in wunderbar poetische Reflexionen verpackt, die der Rezensentin gezeigt haben, dass wir uns viel zu sehr von der Natur entfremdet haben.
Ulrike Fokken ist dankbar für das Nature Writing eines Roger Deakin. Das Buch hält sie für ein Meisterwerk, kongenial sinnlich übertragen von Andreas Jandl und Frank Sievers und mit bezaubernden Fotos von Bäumen angereichert. Wenn der Autor Wälder in den Pyrenäen und den Karpaten und Olivenhaine auf Lesbos durchstreift, lernt Fokken Zusammenhänge herzustellen zwischen Blättern und Tieren, Holz und Haus. Botanische Besonderheiten und Historisches noch und noch vermittelt ihr der Autor gespickt mit literarischen Zitaten, klug und voller Ehrfurcht vor dem Leben.
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