"Wann und warum ist die Beziehung zu meinem Vater so kompliziert geworden? Was steht bis heute zwischen uns? Habe ich deswegen eigentlich 'Daddy Issues'?"Tessniems "Baba Issues" lassen sie nicht los: Immer wieder wird sie eingeholt von dem patriarchalen Männerbild, mit dem ihr Vater im ländlichen Marokko aufgewachsen ist. Den Anforderungen zweier Gesellschaften zu genügen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ist ein Konflikt, den sie mit vielen ihrer migrantischen Freundinnen teilt. Wie kann sie sich davon lösen und was ist eigentlich echte Emanzipation? Auf einer Reise nach Marokko erforscht Tessniem die Grenzen ihrer eigenen Scham und ihrer Freiheit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2026
Rezensentin Meredith Haaf findet es hinreißend, wie leichtfüßig die aus einer deutsch-marokkanischen Familie stammende Muslima Tessniem Kadiris in ihrem Buch über patriachale Strukturen und familiäre Kontrolle in der islamischen Kultur erzählt. Das Buch ist laut Haaf unbedingt anschlussfähig an die Erfahrungen junger Frauen aus allen möglichen Kulturen. Die feministische Sicht entsteht im Buch ungezwungen und ohne Bezüge zu Zahlen und Studien, meint Haaf. Das macht den Stil klar und unverstellt und die Lektüre für die Rezensentin so angenehm und interessant.
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