Fotografische Bilder, die uns täglich tausendfach umgeben, verdanken sich weniger menschlichem Willen und individueller Kreativität als vielmehr den unsichtbaren Logiken der sozialen Systeme, die Bilder zu ihrer Ausdifferenzierung und zur Erfüllung ihrer Funktionen nutzen. Die Studie arbeitet diese Logiken hinter den Bildern heraus, die darüber entscheiden, was in der Gesellschaft sichtbar wird und was unsichtbar bleibt. Das Buch bietet erstmals einen Gesamtüberblick über die Gebrauchsweisen fotografischer Bilder in den verschiedenen Funktionsbereichen der modernen Gesellschaft: in der Familie, der Erziehung, in Kunst und Wissenschaft, der Wirtschaft, den Massenmedien, der Politik, dem Recht, dem Sozialwesen, der Krankenbehandlung, in der Religion, im Sport und in der Mode. Dabei wird deutlich, wie sehr Bilder Einfluss nehmen auf menschliches Denken und Empfinden, Entscheiden und Handeln, aber auch auf die Ausgestaltung sozialer Prozesse und die Formung gesellschaftlicher Strukturen.
Der hier rezensierende Soziologe Dirk Baecker zeigt sich tief beeindruckt von Theodor M. Bardmanns monumentalem Werk über die Fotografie. Zunächst bemerkt Baecker, dass in den vier Bänden kein einziges Foto zu finden ist. Das brauche es allerdings auch nicht, denn der Autor, Professor für Medienkommunikation, interessiere sich in der Tradition Niklas Luhmanns für die theoretische Analyse der Rolle, die Fotografien in den verschiedenen Teilsystemen der funktional ausdifferenzierten modernen Gesellschaft spielen. Mit enzyklopädischer Genauigkeit, so der Rezensent, setzt sich Bardmann also mit Mode-, Familien und Wissenschaftsfotos sowie mit den in diesen Bereichen tätigen gesellschaftlichen Akteuren auseinander - und zeigt also, "was und wie Bilder kommunizieren". Baecker betont die Enzyklopädizität des Werks, bemerkt aber auch, dass Bardmann nicht alle theoretischen Möglichkeiten ausgeschöpft habe. Insgesamt findet der Kritiker Bardmanns Arbeit jeodch beeindruckend und fasziniert, insbesondere weil sie verdeutlicht, wie tief gesellschaftlich verwurzelt das Verständnis von Fotografien ist und eine überzeugende Systemtheorie des Bildes entwickelt. Ein umfangreiches Nachschlagewerk, das der Rezensent nachdrücklich empfehlen kann.
Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…