Herausgegeben von Norbert Hummelt. Der Lyriker Thomas Kling war schon lang auf dem Weg, ein Klassiker zu werden, als er im Jahr 2005 im Alter von 48 Jahren starb. Die Lehrjahre im Düsseldorfer Ratinger Hof, wo Punk und New Wave auf Joseph Beuys trafen, führten ihn zu einer Verarbeitung der ganzen sprachbewussten Avantgarde in der deutschen Literatur, von Oswald von Wolkenstein über George, Trakl, DADA bis zur Wiener Gruppe. Daraus entwickelte sich ein unverkennbarer Ton, eine Lyrik, die manchmal hermetisch, manchmal überfallartig direkt sich ans Sprachzentrum der Leser und Hörer richtet, Lyrik als - in seinen Worten - "schädelmagie".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.01.2009
Peer Trilcke findet es höchst begrüßenswert, dass der Reclam Verlag nun auch Thomas Klings Oeuvre in den Kanon seiner "Universalbibliothek" aufgenommen hat und mit Norbert Hummelts Auswahl nun Zugriff auf diese "Sprachdroge" ermöglicht. Gut lasse sich an diesem Band die dichterische Entwicklung Klings ablesen, so der Rezensent zufrieden, der auch das kenntnisreiche Nachwort Hummelts zu schätzen weiß. Und so will ihm die Anthologie, die von der frühen, laut und offensiv daher kommenden "realistischen Ästhetik" regional geprägter Gedichte bis zum historisch und mythisch geweiteten Spätwerk - Kling starb bereits 2005 nicht einmal 50-jährig - als ideale "Einstiegsdroge" und "Kondensat" von Bestand erscheinen.
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